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DENK DICK – Ein Appell gegen Design-Magersucht

Der Artikel „5 reasons it’s time we stop sacrificing battery life for skinny phones“ von Napier Lopez inspirierte mich dazu, endlich meine schon so oft gedachten Gedanken zum aktuellen Design des iPhone nieder zu schreiben.

Als 2007 das erste iPhone rauskam, waren die einzelnen Elemente technisch gesehen im Grunde nichts neues. Jedoch die Kombination eben dieser Elemente inklusive konsequenten Weglassens anderer, wie z.B. einer echten Tastatur, zusammen mit einem minimalistischen, Handschmeichler Design und der bis dato so noch nicht da gewesenen Benutzeroberfläche, machte es für mich zu einem absoluten „Haben will-Gerät“.
Das war innovativ, mutig und schön, dafür habe ich Apple immer geliebt. Danach kamen „nur“ noch technische Verbesserungen. Und in letzter Zeit – meiner Meinung nach – sogar Verschlechterungen. Dazu aber ein anderes mal mehr.

Mit ihrem „Alles muss dünner und flacher werden und darf nur ja keine Ränder mehr haben-Wahn“ haben sie mich zum „Wie soll ich das Ding denn sicher halten-Idioten“ gemacht. Was bringt mir ein iPhone, flach wie eine Flunder, wenn ich es – so wie die meisten – sowieso in eine mehr oder weniger hässliche Hülle packe.

DENK DICK – 7 Gründe für ein dickeres iPhone:
1.) Platz für größeren Akku, bzw. ein innovatives Energie-System
2.) Die Möglichkeit ein besseres Objektiv einzubauen, ohne dass es übersteht.
3.) Platz für ordentliche Lautsprecher
4.) Platz für besseren Blitz/Lampe
5.) Schluss mit dem „Alle Anschlüsse werden immer kleiner und empfindlicher“ Wahn
6.) Es wird schwerer und liegt somit besser in der Hand
7.) Stabileres Design, das eine Schutzhülle überflüssig macht

Zu 1.)
Sicher, die gestalterische Magersucht von Apples Chefdesigner hat die Techniker zu Höchstleistungen getrieben: Die Akkus z.B. sind deutlich effizienter, kleiner und flexibler geworden. Mit einem bisschen mehr Platz könnte man so endlich ein iPhone mit locker 48 Std. echter Akkulaufzeit bauen. Das zusätzliche Gewicht? Siehe Punkt 6.) Ferner würde vielleicht noch eine alternative Ladetechnik, wie z.B. Solar mit reinpassen.

Zu 2.)
Ich liebe es, mit dem iPhone zu fotografieren! Es hat meine kleine Digitale Kamera nicht nur überflüssig gemacht, nein es hat meine Art zu fotografieren verändert. Und immer häufiger nehme ich meine DSLR privat nicht mehr mit.
Auch hat es mich gefreut, dass Apple nie auf den „Immer mehr Megapixel-Zug“ aufgesprungen ist – denn höhere Auflösung = langsamere Auslösung plus mehr benötigter Speicherplatz. Und… 20 Megapixel machen ein schlechtes Foto nicht zu einem guten Foto.
Wichtig für ein gutes Foto ist jedoch ein gutes Objektiv. Und auch wenn Apple die iPhone-Objektive verbessert hat und selbst wenn das Gerücht stimmt, dass im iPhone 7 ein Doppel-Objektiv verbaut werden soll, so kommt es hier tatsächlich auf die Größe an! Das wurde spätestens klar, als beim iPhone 6 Schlankheitswahn und besseres Objektiv aufeinander trafen: Das Objektiv ragt knapp 1mm aus dem Gehäuse hervor! Warum nicht das iPhone ganze 0,77 mm dicker machen?
Man kann über Steve Jobs vieles sagen, aber ich bin mir sicher, dass er dies niemals zugelassen hätte. So wie er viele Inkonsequenzen und modischen Schnickschnack, wie die Apple Watch wohl so nicht hätte durchgehen lassen. Ich bin Jonathan Ive für viele seiner genialen Designs sehr dankbar, doch ich denke, ihm fehlt der strenge, mutige, unorthodoxe und sehr stringente Gegenpart Jobs.
Doch zurück zum Objektiv. Für ein amtliches Objektiv im iPhone würde ich bis zu 6mm mehr in Kauf nehmen. Denn gerade den echten Zoom vermisse ich am meisten. Eine bessere Lichtempfindlichkeit wäre dann auch kein Problem mehr. Apropos Licht…

Zu 4.)
Licht, ja Licht! Ich hasse Blitz, zumindest den alles zerstörenden „Ich schieß dich ab und lass dich wie ein kalkweißes, schwitzendes Schwein mit roten Augen aussehen-Blitz“. Nun hat sich aber in den letzten Jahren so einiges getan, besonders bei der LED-Technik. Jedoch der iPhone Blitz? Sorry, aber das Getue um das angeblich total natürliches Licht spendende Lämpchen im iPhone 6 kann ich nicht nachvollziehen. Der Blitz ist vor allem eins: Zu schwach! Daher… macht es dicker, das iPhone und verbaut eine amtliche LED Technik, vielleicht sogar drehbar. Warum immer alles zwei mal verbauen? Ein drehbares Objektiv z.B. würde Platz und Kosten sparen und den Selfies und Skype-Gesprächen eine bessere Qualität spenden.

Zu 4.)
Kurz, der Sound der iPhones war noch nie besonders laut noch gut. Das liegt meines Erachtens auch am Verkleinerungswahn und vielleicht auch daran, dass Mr. Ive nicht mit den Ohren sieht. Denn sonst würde das iPhone auch so klingen, wie es aussieht, nämlich edel.
Die Speaker würden nicht nach unten zeigen, so dass man immer die Hand oder irgendwas anderes muschelförmiges dran halten muss, um die volle Lautstärke zu erreichen. Und das iPhone hätte vielleicht auch ein vollwertiges Stereo-Mikrofon und einen angenehmeren und voluminöseren Klang. Auch hier heißt es: Macht es dicker und gebt ihm einen Rand (dazu später mehr), bitte!

Zu 5.)
Ist eigentlich selbsterklärend. Ich hasse Miniklinkenstecker, sie waren und sind schon immer eins: unprofessionell.
Und die Apple Ladekabel sind a) zu teuer und b) zu empfindlich. Wie oft mussten Sie schon eins nachkaufen?

Zu 6.)
Als ich mein neues iPhone 6 bekam, ist es mir mehrfach aus der Hand gerutscht, was an der zu glatten Rückseite und dem geringen Gewicht lag. Womit wir zu Punkt

7.) kommen
ACH bitte bitte gebt mir doch ein iPhone, das griffig, stabil (am liebsten auch wasserfest) UND elegant ist, so dass ich es NICHT in einer Hülle verstecken muss. Und hört gefälligst auf, sogar eigene Hüllen zu produzieren, die wie im Fall der Schweizer-Käse-Hülle des iPhone 5c nicht mal wirklich passen. (Der Apfel wird teils verdeckt und der Blitz wir durch die Hülle eingefärbt)

Das wars für heute. Das nächste Mal versuche ich meine Gedanken zu einem komplett anderen iPhone-Design niederzuschreiben/zeichnen und/oder über Apple’s Benutzeroberfläche und deren Inkonsequenzen. Oder…?