jolumneKolumne

Winter

Französiche Schwarzpulverschwalben schweben schwuchtelnd über der Bucht. Ein Tiefseetaucher perlt Blasen in eine alte, halb blinde Flasche Sinalco. Die Kirchenglocken läuten sich in extraterrestrische Höhen. Ein kleiner Junge weint, weil er nicht mehr weiß wie er heißt. Kalte Lakritzschnecken rollen starr stammelnd den Bach runter. Schwarzes Wasser, grauer Himmel. Keine Sonne, aber unzählige öffentliche Öfen, die mir die Augen austrocknen. Ich fahre aus meiner trockenen Haut – geradewegs ins Paradies. One hundred percent Humidity! Oh weißer Winter, der du bist im Himmel und nicht auf Erden. Du kannst mir bald gestohlen bleiben mit deinem verlogenen, mit LED-Ketten behangenen Vorweihnachtsmäntelchen. Flugs entfliege ich fliehend deiner Macht. Einzig einen Schneemann würde ich sehr, sehr, sehr, sehr gerne noch mal bauen. Du Winter Du!